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Wie Bilder heute funktionieren, wirken und entstehen

Bilder sind heute weit mehr als dekorative Elemente. Sie sind Botschaften, Haltungen und strategische Werkzeuge in Kommunikation, Marketing, Kunst und Journalismus. In einer Welt permanenter visueller Reize entscheidet Bildgestaltung darüber, ob wir wahrgenommen – oder übersehen – werden. Dies ist ein weiteres wichtiges Thema in der Definition einer Marke.

Dieser Beitrag beleuchtet,

  • wie Bilder heute aufgebaut sind
  • was moderne Bildgestaltung auszeichnet
  • wie man eine eigene Bildsprache entwickelt
  • wie Bilder analysiert und bewertet werden können
  • welche Rolle KI-generierte Bilder spielen
  • und warum „echte“ Bilder trotz allem weiterhin relevant sind

Dabei stelle ich bewusst Fragen – und beantworte sie gleich mit.

Moderne Bildgestaltung bedeutet:

  • bewusst sehen
  • gezielt entscheiden
  • mutig reduzieren
  • kritisch analysieren
  • offen für neue Werkzeuge bleiben

Ein gutes Bild entsteht nicht zufällig.
Es entsteht dort, wo Intention, Kontext und Haltung zusammenkommen.

Dies ist ein weiterer Baustein moderner Markenbildung. Ich habe ja schon öfter über dieses Thema geschrieben, weitere Artikel zum Thema findest Du unter diesen Links über MarkeWerteFarbpsychologieCorporate DesignMarkenbild

Wie sind Bilder heute aufgebaut?

Moderne Bilder folgen seltener klassischen Regeln, aber sie brechen sie bewusst.

Zentrale Merkmale heutiger Bildgestaltung

  • Reduktion & Klarheit: Weniger Elemente, mehr Aussage
  • Asymmetrie statt perfekter Balance
  • Negativer Raum als bewusstes Gestaltungsmittel
  • Emotion vor Perfektion
  • Storytelling statt reiner Abbildung

Ein technisch perfektes Bild ohne Haltung wirkt heute oft austauschbar. Unschärfe, Körnung oder ungewöhnliche Schnitte werden gezielt eingesetzt, um Authentizität oder Spannung zu erzeugen.

Frage:

Muss ein modernes Bild „schön“ sein?

Antwort:
Nein. Es muss relevant sein. Schönheit ist nur eine mögliche Strategie unter vielen.

Was gilt es bei moderner Bildgestaltung zu beachten?

Kontext ist alles

Ein Bild funktioniert nie isoliert. Es wirkt immer im Zusammenspiel mit:

  • Medium (Social Media, Website, Plakat, Editorial)
  • Zielgruppe
  • kulturellem Hintergrund
  • Text und Umfeld

Aufmerksamkeit vs. Nachhaltigkeit

Ein grelles Bild erzeugt Aufmerksamkeit – aber bleibt es im Gedächtnis?
Moderne Bildgestaltung sucht die Balance zwischen sofortiger Wirkung und tiefer Bedeutung.

Wie entwickelt man eine eigene Bildsprache?

Eine Bildsprache ist kein Stilfilter – sie ist eine visuelle Haltung.

Schritte zur eigenen Bildsprache

Konsistenz entwickeln
Wiedererkennbarkeit entsteht durch Wiederholung, nicht durch Perfektion.

Analyse fremder Bilder
Welche Bilder ziehen dich an – und warum?

Wiederholung erkennen
Welche Motive, Farben, Perspektiven tauchen bei dir immer wieder auf?

Bewusste Entscheidungen treffen
Was zeigst du – und was lässt du weg?

Frage:

Darf sich eine Bildsprache verändern?

Antwort:
Sie muss sich verändern. Stagnation ist der Tod jeder Bildwelt.

Was drücken bestimmte Blickwinkel aus?

Blickwinkel sind niemals neutral.

BlickwinkelWirkung
Untersicht (Low Angle)Macht, Dominanz, Erhabenheit
Aufsicht (High Angle)Verletzlichkeit, Übersicht, Distanz
AugenhöheGleichwertigkeit, Nähe
Extreme NäheIntimität, Emotionalität
TotaleKontext, Einsamkeit, Orientierung

Frage: Ist ein Blickwinkel manipulierend?

Antwort:
Ja – und das ist nicht negativ. Jede visuelle Kommunikation interpretiert Realität, sie bildet sie nie neutral ab.

Wie erkenne ich ein „gutes“ Bild?

Ein gutes Bild ist kein objektiver Zustand – aber es gibt klare Kriterien.

Ein gutes Bild …

  • hat eine klare Intention
  • erzeugt eine Emotion oder Reaktion
  • ist verständlich im Kontext
  • bleibt im Gedächtnis
  • wirkt authentisch, selbst wenn es inszeniert ist

Frage:

Reicht technisches Können für ein gutes Bild?

Antwort:
Nein. Technik ist Voraussetzung – Bedeutung entsteht durch Entscheidungen.

Bildanalyse in der Kommunikation – wie gehe ich vor?

Stelle dir bei jedem Bild diese Fragen:

  1. Was sehe ich objektiv?
  2. Was fühle ich spontan?
  3. Was soll ich fühlen?
  4. Wer spricht hier – und mit welcher Absicht?
  5. Was wird nicht gezeigt?

Gerade das Nicht-Gezeigte verrät oft mehr als das Sichtbare.

Bilder mit KI erstellen – wie funktioniert das?

KI-Bildgeneratoren wie Midjourney, DALL·E oder Adobe Firefly, ChatGPT, Gemini usw. erzeugen Bilder auf Basis von Textbeschreibungen (Prompts).

Grundprinzip

  • Texteingabe beschreibt Motiv, Stil, Licht, Stimmung
  • KI kombiniert Millionen visueller Muster
  • Ergebnis ist statistisch plausibel, nicht erlebt

Frage:

Macht KI Bildgestaltung einfacher?

Antwort:
Technisch ja – gestalterisch nur dann, wenn man weiß, was man will.

Wie erkennt man KI-generierte Bilder?

Typische Hinweise:

  • Perfekte, aber leere Ästhetik
  • Unlogische Details (Hände, Spiegelungen, Text)
  • Gleichförmige Lichtstimmung
  • Fehlende narrative Tiefe

Aber:
Die Erkennbarkeit nimmt rapide ab. Bald wird nicht mehr entscheidend sein, ob ein Bild KI-generiert ist – sondern warum.

Wie wichtig sind heute noch „echte“ Bilder?

Authentische Bilder gewinnen gerade durch KI wieder an Wert.

Warum echte Bilder wichtig bleiben

  • Sie zeigen gelebte Realität
  • Sie tragen Fehler, Zufall und Geschichte
  • Sie schaffen Vertrauen
  • Sie sind juristisch und ethisch klarer einzuordnen

Frage:

Ist KI eine Bedrohung für Fotografie?

Antwort:
Nein. Sie ist ein Werkzeug – und ein Spiegel dafür, wie bewusst wir mit Bildern umgehen.

Die wichtigste Frage zum Schluss

Warum mache ich dieses Bild – und nicht ein anderes?

Wer diese Frage ehrlich beantworten kann, ist auf dem Weg zu einer eigenen Bildwelt.

Lehren aus Corona – oder der Sinn vom Wirtschaften

Vorab zwei Hinweise:
1. Das Klopapier geht uns nicht aus!
2. Sagen wir anstatt Social Distance Physical Distance!

Horror, Unsicherheit, Angst – wie haben wir unter Corona gelitten! Wir waren gierig auf die täglichen Zahlen. Politiker jeglicher Couleur gaben eine Pressekonferenz nach der anderen. Wir haben Links geteilt von vermeintlich Wissenden. Wir haben uns mit Daheimbleiben gegenseitig übertroffen. Und es hat sich ausgezahlt. Denn wir sind zumindest gesundheitlich gut davon gekommen.

Doch was heißt das? Allein im ersten Absatz stecken mehr Aufgaben für ordentliche Marketer als ihnen lieb ist.

Beginnen wir bei den Zahlen.

Sie sagen genau gar nichts aus. Was heißt es schon, dass x Menschen infiziert sind. Wieviele Kranke sind viele. Und was sind viele überhaupt. Uns wurde der Reproduktionsfaktor bis ins Detail erklärt. Und noch ein paar Zahlen mehr.

Zur Erklärung: der Reproduktionsfaktor sagt genau gar nichts. Beispielsweise kann dieser ruhig 4 sein, wenn nur ein Mensch erkrankt ist. Sind aber Tausende betroffen ist alles rund um 1 schon problematisch. Genauso verhält es sich mit Erkrankungen. 500 Kranke sind in einem Dorf mit 600 Bewohnern ein Wahnsinn. Bei 2.000.000 sind es aber gar nicht mehr so viele. Daraus lernen wir: jede Zahl muss auch interpretierbar sein, sie muss hinterfragbar sein und sie muss angreifbar sein.

Nächstes Thema – Pressekonferenzen!

Das ist üblicherweise eine feine Sache. Denn die Journalisten und Medienvertreter erfahren Neues und können dieses direkt hinterfragen. So erhalten sie auch Klarheit. Die gefühlten 1.000+ Pressekonferenzen waren aber eine reine Mitteilungs-Schau der Politik. Denn wer wird denn schon hinterfragen. Und jene, die doch Fragen haben sind entweder nicht geladen oder dürfe nicht sprechen. Dadurch wird Spekulation und Verschwörung Tür und Tor geöffnet. Genau das fällt der Regierung, aber auch der Opposition nach der unmittelbaren auf den Kopf. Die Lehre daraus: offen sein, Fragen zulassen. So schafft man Vertrauen und eine breite Diskussionsgrundlage. Der positive Effekt wird durch Wissensvermittlung verstärkt.

Die Wissenschaftler von Social Media-Kanälen.

Die Corona-Krise zeigt auch die Grenzen von Social Media. Das Problem war bekannt. Nirgends tummeln sich mehr Spezialisten für eh alles als auf Facebook, Twitter und Co. Genau diese Spezialisten sind das Problem. Sie verbreiten in ihren Blasen Hysterien. Die Wissenden können noch so gegensteuern, allein es hilft nichts. Denn natürlich ist die Horrorgeschichte viel spannender als die Wahrheit. Beste Beispiele liefert hier Youtube. Mann muss nur Corona Epidemie googeln und erfährt die absurdesten Neuigkeiten. Angefangen von der absichtlichen Verteilung aus chinesischen Labors zur Erlangung der Weltherrschaft bis hin zur Schuld der modernen Handynetze. Und Bill Gates! Und es gibt genug Menschen, die das auch glauben. Wenn Wissenschftler dagegen ankämpfen werden sie selten gehört. Positives Beispiel ist hier maiLab. Hört am Besten mal rein!

Mittlerweile gibt es mehr Experten als Erkrankte. Virologen, Volkswirte, Mathematiker usw füllen unsere Timeline. Das gab es auch schon vorher. Beispielsweise in der Politik ist das ja ein bekanntes Phänomen. Doch es war noch nie so ausgeprägt wie „in Zeiten wie diesen“. Das ist auch so ein Lieblingsbegriff von mir. Denn welche Zeiten sind es denn?

Dazu kommt noch, dass derzeit plötzlich jeder irgendjemanden an einer wahninnig wichtigen Position kennt. Der hat Insider-Infos, die dann eh meistens falsch sind.

Wir sehen also – hier passiert viel Blödsinn!

Was lernen wir aus Corona?

Vorab meine Meinung: ich glaube, das wir aus dieser Krise genau gar nichts lernen. Sobald eine Impfung da ist, sobald der Alltag einkehrt sind wir wie vorher. Unsere Gesellschaft ist an einem Grenzpunkt. Anfälligkeiten dieser haben unabsehbare Auswirkungen. Bestes Beispiel ist die vorhergesagte Wirtsschaftskrise die Corona folgt. Angesehene Institute gehen von einem volkswirtschaftlichen Verlust aus, der in Summe ein Minuswachstum von rd 7,5% bedeutet anstatt 2,5% Plus. Oder grafisch ausgedrückt wären wir dann am Niveau von 2015. Da haben wir auch nicht gerade schlecht gelebt in Österreich. Wir bewegen uns dann immer noch in einem Land ohne Hungersnöte und ähnlichem.

Hoffnung neues Leben!

Wir haben in den letzten Wochen gesehen, dass ein unglaublicher Digitalisierungsschub auch mit den bestehenden Mitteln möglich ist. Videokonferenzen und Co sind im Alltag eingezogen. Hoffen wir auf schnellere Leitungen und verstärkten Online-Zugang. So helfen wir, zumindest in Teilen, vielleicht auch gleich bei der Lösung der Klimaprobleme (ich weiß, so einfach ist es nicht).

Wir haben aber auch gesehen, dass Regionalisierung wichtig ist. Natürlich können wir nicht alles selbst produzieren. Das ist auch nicht notwendig. Doch wir sollten uns Bassiswissen, eine Grundversorgung und Forschung und Entwicklung nicht aus den Händen reißen lassen. Hier entstehen auch ungeahnte Chancen für verschiedenste Industrien.

Die echten Marken überleben!

Zu guter Letzt gibt es auch für Marken riesige Chancen. Marken, die nicht nur verkaufen wollen sondern Herz beweisen, werden gefragt sein. Marken, die authentisch agieren und deshalb einfacher durch Krisen kommen werden aufsteigen. Bald sind sicher auch die widerlichen Anbiederungs-Spots mit „in Zeiten wie diesen“ u.s.w. verschwunden. Die guten Marken haben gerade in der Zeit von Corona a-zyklisch geworben. Denn sie waren für ihre Kunden da.

Gerade jetzt müssen wahrscheinlich viele Marken ihre Story überdenken. sie müssen sich wegbewegen von der schönen Geschichte, die nicht glaubwürdig die heile Welt vorgaukelt. Sie müssen sich hinbewegen in eine Geschichte, die echt isst und die den Kernwert der Marke in den Vordergrund stellt. Kurz gesagt: kein Storytelling – die Story ist gefragt!

Wenn mal Marken nicht mehr dazu da sind, den Kaufreflex auszulösen sondern Teil der Problemlösung des Kunden sind, dann sind sie wertvoll.

Gerade in Zeiten wie diesen!

Die Marke – Ihr wichtigstes Gut

Wer hätte das nicht gern – eine Marke, die jeder kennt! Egal, ob Dienstleistung oder Produkt, ein Shop oder eine Person. Branding ist die Basis. Denn eine starke Marke ist wenig anfällig gegenüber Preis, Konkurrenz und andern Einflüssen. Das macht sie unangreifbar und erleichtert jegliche Werbemaßnahme. Denn Marken werden gesucht, egal ob online oder offline.

Was macht eine starke Marke aus?

Ganz einfach: sie wird von den Menschen gemocht und gesucht. Auf ihre Produkte warten die Menschen. Sie wollen sie haben, sie reden darüber. Und sie teilen die Marke über diverse Kanäle. Und das ganz ohne Werbebudget. Klingt verlockend!

Wie macht man das?

Meiner Meinung nach gibt es ein paar wenige Punkte, die man beachten muss. Dann erhält man einen Brand, der für sich selbst arbeitet.

• Eine genaue Definition des Markenkerns ist das Um und Auf
• Der Markenkern wird NIE verwässert
• Die Marke schafft Emotionen bei der klar umfassten Zielgruppe
• Idealerweise ist die Ausweitung des Markenportfolios linear
• Brands reagieren nicht kurzfristig, dadurch bauen sie Vertrauen auf
• Marken präsentieren sich durch EIN klares Bild, dadurch hat sie eine hohe Wiedererkennbarkeit
• Sie bringen dem Kunden einen ideellen Wert

Durch diese Basics ergeben sich automatisch viele Antworten auf Marketing- und Werbefragen. Die Zielgruppe ist definiert. Dadurch ist die Medienauswahl gegeben. Und natürlich auch der Markenauftritt in der Werbung und im öffentlichen Raum.

Ein paar Beispiele perfekter Markenführung

Coca Cola hat es durch ausgezeichnetes Branding geschafft, dass weltweit Menschen allen Alters  die Marke kennen, ihr vertrauen und  immer wieder auf sie zurückgreifen.

Apple steht wie nichts anderes für die Digitalisierung des privaten Bereichs.

Diesel ist Jeans, und alles, was zum Lifestyle dazugehört.

Die Lila Kuh steht für Schokolade (im Übrigen nicht einmal gute) und Naschen.

Uber ist die Befreiung von der Taxiabhängigkeit und Transport.

Und es gibt noch viele erfolgreiche Beispiele!